Angekommen in „Kitehausen“

Mittlerweile sind wir auf Union Island in Clifton Harbour angekommen. Bevor wir Carriacou verlassen haben, sind wir noch an den Steg der Werft gefahren, um Wasser aufzutanken. Damit sollten unsere Wasservorräte nun 4-5 Wochen und bis St. Lucia reichen. Da Wasser in den kommenden Grenadinen immer teurer wird, was auch daran liegt, dass die Inseln viel trockener sind als Grenada, haben wir uns zum Auftanken für Carriacou entschieden. Das Wasser war mit 0,20 EC $ pro Liter relativ teuer. Im Vergleich zu Grenada war das der ca. vierfache Preis. Die Werft auf Carriacou gibt es erst seit ein paar Jahren und gefällt uns recht gut. Der Travellift kann Yachten bis zu einer Breite von 18 Fuß (ca. 5,40 m) kranen, das wäre also auch für uns ausreichend. Langsam aber sicher müssen wir uns Gedanken darüber machen, wo wir im Sommer bleiben wollen und vor allem wo wir einige Arbeiten am Schiff erledigen können, so auch immer noch die Reparatur der Reling durch den Unfall in Suriname.

Nachdem wir Wasser getankt und am Morgen auch noch ausklariert hatten, haben wir uns auf den Weg nach Sandy Island gemacht. Sandy Island ist eine sehr kleine Insel in der Bucht von Hillsborough und ist definitiv einen Zwischenstopp wert. Wir haben auf ca. 2 m geankert und die Kulisse ist atemberaubend schön. Die Insel befindet sich im Gebiet eines Naturparks und so fahren die Parkranger ihre Runden und kassieren pro Schiff 25 EC $ (7,50 €), damit darf man dann 24 Stunden bleiben. Für weitere 24 h fallen erneut Gebühren an. Kaum angekommen, sind wir sofort ins Wasser gesprungen. Wir konnten direkt sehen, dass sich unser Anker gut im Sand eingegraben hat und so sind wir zu Sandy Island geschnorchelt. Die Sicht war sehr gut und wir konnten auch unter Wasser einige Bilder machen.

Sandy Island voraus!

Sandy Island voraus!

Wir finden Sandy Island super!

Wir finden Sandy Island super!

Sandy Island

Sandy Island

Schiff von unten, es wird bald Zeit für einen neuen Anstrich, bis dahin können wir regelmäßig "Rasen mähen"

Schiff von unten, es wird bald Zeit für einen neuen Anstrich, bis dahin können wir regelmäßig „Rasen mähen“

Unser Anker ist gut eingegraben

Unser Anker ist gut eingegraben

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Finde den Fisch!

Finde den Fisch!

Diese Motoryacht ankert in direkter Nachbarschaft. Die Besatzung verbringt den Tag an Land, dazu wird aber so einiges an Land benötigt...

Diese Motoryacht ankert in direkter Nachbarschaft. Die Besatzung verbringt den Tag an Land, dazu wird aber so einiges an Land benötigt…

... was mit mehrfachen Fahrten mit dem Beiboot auf die Insel gekarrt wird.

… was mit mehrfachen Fahrten mit dem Beiboot auf die Insel gekarrt wird.

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Traumhaft schön!

Traumhaft schön!

DSCN8860 DSCN8868 DSCN8881 DSCN8885 DSCN8915 DSCN8916 DSCN8918Am nächsten Morgen haben wir uns dann auf den Weg nach Union Island gemacht. Zu Beginn sind wir mit einem am Wind Kurs gut voran gekommen und vor allem auch in die gewünschte Richtung gefahren, doch der Wind kam dann immer vorlicher und so entschieden wir uns die Maschinen zur Hilfe zu nehmen und das Großsegel als Stützsegel stehen zu lassen. Vor uns lagen nur noch ca. 5 sm. Und plötzlich das typische rrrrrrrrrrrrr-Geräusch der Angelrolle. Zunächst dachten wir, wir hätten mal wieder Saragossa-Gras geangelt, doch dann war klar, wir haben einen Barracuda am Haken! Und dieses Mal schaffte er es auch an Bord! Unser erster unterwegs gefangener Fisch! Die restlichten Meilen waren schnell gefahren und Union Island lag vor uns. Die Einfahrt ist beim ersten Mal nicht ganz einfach, da die Insel von vielen Riffs umgeben ist. Wir sind durch die betonnte, sichere Einfahrt in die Bucht eingelaufen, um dann das Roundabout Reef in der Mitte der Bucht zu umfahren und nun ankern wir vor dem Außenriff der Insel. D.h. wir liegen zum ersten Mal nicht in Lee einer Insel, wo uns die hohen Berge Schutz vor Wind und Welle bieten, sondern liegen direkt im Passatwind, nur das flache Riff hält die Welle ab. Den Passatwind spürt man permanent, nonstop hat es hier 4 bis 5 Windstärken, ideal für die vielen Kitesurfer, die direkt vor uns ihre Runden drehen. Wir liegen in erster Reihe, da wir uns etwas weiter nach vorne getraut haben als die anderen. Der sandige Grund steigt relativ schnell an und so können wir 50 m vor uns in nicht mal hüfthohem Wasser stehen. Tagsüber könnte man stundenlang auf dem Vorschiff sitzen und den Kitesurfern beim Üben von Sprüngen zuschauen, doch einen „Nachteil“ hat der Platz in der ersten Reihe: die Angst vor einem Kite-Schirm, der sich in unserem Rigg verfängt und unsere Instrumente auf der Mastspitze abräumt. Doch die schnellen Surfer haben ihre Kites ziemlich gut im Griff, hoffentlich bleibt das auch so!DSCN8987

Fast ein bisschen wie ein Hoverboard

Fast ein bisschen wie ein Hoverboard

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Die Inseln ab Union Island bis St. Vincent gehören zu St. Vincent und den Grenadinen (SVG) und so mussten wir hier wieder einklarieren. Bevor es zu Customs & Immigration ging, habe ich das Schiff wieder mit allerhand Sonnenschutz versehen und Sven hat sich um unseren gefangen Barracuda gekümmert (muss man leider auch schuppen), der um die 70 cm lang war. Das Ergebnis waren zwei große Teile, die für uns beide mehr als ausreichend sein würden. Laut unserem Revierführer befinden sich die Einklarierungsräumlichkeiten im Flughafengebäude. Das ist nur einen Katzensprung entfernt. Unsere Hochstimmung von unterwegs und die Freude über den schönen Ankerplatz wurden aber schnell getrübt, denn die Beamten waren alles andere als freundlich, was wohl auch daran liegt, dass es seit kurzer Zeit eine Einklarierungsbehörde in der Stadt gibt und so haben die Beamten am Flughafen keine Lust auf uns Segler. Glücklicherweise sind nicht alle Menschen auf der Insel so unfreundlich, doch merken wir hier, dass die Stimmung eine andere ist als noch auf Grenada und Carriacou. Die SVG sind ein nicht sehr wohlhabender Staat, was auch am wenigen Regen auf den meist recht flachen Riffinseln liegt. Die Arbeitslosenquote ist weitaus höher als auf den anderen Inseln der kleinen Antillen und so gibt es hier einige Boatboys, die versuchen sich sprichwörtlich über Wasser zu halten und uns ihre Dienste in Form von Wassertaxi, Eis, Wasser, Treibstoff oder Fisch anbieten.

Warten auf die unfreundlichen Beamten beim Einklarieren

Warten auf die unfreundlichen Beamten beim Einklarieren

Wir haben unterwegs einen Barracuda gefangen!

Wir haben unterwegs einen Barracuda gefangen!

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Unser Barracuda war sehr lecker!

Unser Barracuda war sehr lecker!

Ankerplatz Union Island

Ankerplatz Union Island

DSCN8982Gestern haben wir eine Wanderung zum Fort Hill gemacht, was sich auf dem 120 m hohen Berg neben dem Ankerplatz befindet. Der Anstieg lohnte sich, auf dem Gipfel erwarteten uns ein schattiger Pavillon und ein traumhafter Blick, der sich von Grenada bis über die Tobago Cays hinaus erstreckt. Wir genossen den Ausblick mit einem mitgebrachten Vesper bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Da hier zwischen den Inseln immer ein reger Segelverkehr ist, beobachteten wir einige Yachten auf dem Weg in die Tobago Cays. Die Distanz beträgt nur ca. 4 sm, allerdings ist der Kurs bei normalen Windbedingungen ein ambitionierter am Wind Kurs, den nicht alle Schiffe segeln können. Von oben konnte man schön sehen, welche Yachten mehr Höhe laufen konnten als andere, bspw. konnte der moderne Lagoon-Katamaran überhaupt nicht mit einer modernen Einrumpfyacht mithalten und hat das Segeln bald aufgegeben und motorte dann gegen Welle und Wind an.

Auf diesem kleinen Berg befindet sich das Fort Hill

Auf diesem kleinen Berg befindet sich das Fort Hill

windschnittig

windschnittig

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Blick von Union Island in Richtung Grenada

Blick von Union Island in Richtung Grenada

Blick über die Ankerbucht Clifton Harbour auf Union Island. Blue Felix liegt in erster Reihe

Blick über die Ankerbucht Clifton Harbour auf Union Island. Blue Felix liegt in erster Reihe

Heute ist der Wind etwas kräftiger und wir werden voraussichtlich morgen nach Palm Island aufbrechen und dann weiter in die Tobago Cays, dort werden wir vermutlich keine Internetverbindung haben, sodass die nächsten Bilder etwas auf sich warten lassen werden.

Happy Island ist eine winzige Insel in Clifton Harbour, gerade mal Platz für eine Bar

Happy Island ist eine winzige Insel in Clifton Harbour, gerade mal Platz für eine Bar

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