Internet an der Bushaltestelle

Nun sitze ich an der Bushaltestelle vor dem Touribüro, weil hier das Internet einigermaßen verfügbar ist und aktualisiere mal wieder unseren Blog. Ich hoffe, ich kann auch ein paar Bilder posten!

2013-06-26 (Brest)

Heute haben wir uns nochmal mit frischem Brot versorgt, haben nochmal den Landstrom für den Staubsauger ausgenutzt und die Wassertanks aufgefüllt und sind dann vor der großen Mauer des Militärhafens an den ca. 2 sm entfernten Ankerplatz gefahren. Dort haben wir eine kostenlose Besucherboje gefunden und haben uns dort festgemacht.

Die Besucherboje in Brest

Die Besucherboje in Brest

2013-06-27 (Brest)

Wir haben unsere Pläne etwas auf Grund des Wetters ein bisschen geändert und fahren nun doch erst morgen, Freitag, zur Ile de Seine. Seit wir vor zwei Tagen den Hafen verlassen haben, liegen wir nun eigentlich sehr ruhig an einer Boje in einem Bojenfeld. Hier siehts aus wie in Litzestetten im Bojenfeld, überall kleine Segelboote und da man ja hier nach Brest etwas ins Landesinnere fahren musste, fühlt sich das Wasser eher wie Binnengewässer als Atlantik an. Das gegenüberliegende Ufer ist nicht weit weg und so kommt hier richtig Bodenseestimmung auf. Wenn wir sagen, dass es hier eigentlich ruhig ist, dann wäre es hier auf Grund des Wetters wirklich sehr ruhig. Da aber in ca. 1 sm Entfernung relativ oft Dickschiffe vorbei fahren, wird es bei uns an Bord so unruhig, dass wir wirklich alles festhalten müssen. Denn wenn wir uns in den Wind gestellt haben, heißt das meistens leider auch, dass wir seitlich zu den Wellen der großen Schiffen stehen und dann wackelt es hier kräftig. Wenn wir Glück haben, steht Felix mit dem Heck zu den Wellen und dann merken wir von den Wellen kaum etwas.

Auch hier vor Anker haben wir einiges erledigt, die Armaturen im Bad haben wir ausgebaut, um sie zu reinigen. Sven hat für den notorisch zu hohe Spannungen messenden Laderegler ein Device gebaut, das ihm eine niedrige vorgaukelt, sodass er nun wieder lädt. Seit kurzem klappert es bei uns im Mast. Das sind die Elektrokabel, die in einem Kabelkanal den Mast hochgehen. Allerdings hat sich da wohl was gelöst und sobald wir etwas schaukeln, schlagen die Kabel innen im Kabelkanal hin und her. Das ist zwar nicht so schlimm, aber doch etwas nervig. Vorerst können wir nichts dagegen tun (da im Mast drinnen), mal sehen ob uns noch was einfällt.

Heute haben wir das Dinghi aufgepumpt und sind damit zurück in den Hafen gefahren, haben dort unseren Müll entsorgt, frisches Baguette gekauft und nach dem Wetter geschaut und sonst noch ein paar Kleinigkeiten erledigt. Danach haben wir das Dinghi wieder versorgt, da wir es in den nächsten Tagen nicht brauchen. Mit Dinghi auf- und abbauen, Motor dran und weg machen ist man auch einen halben Tag beschäftigt. Aber das Wetter war heute traumhaft. Die Sonne hat den ganzen Tag geschienen und es wehte ein leichter Wind. Um den ganzen Tag in kurzen Hosen und T-Shirt herum zu laufen, ist es allerdings doch noch zu kühl, auch das Wasser lädt noch nicht zum Baden ein, schade.

Dinghi auf der "Terrasse" aufgeblasen. Man ist das groß!

Dinghi auf der „Terrasse“ aufgeblasen. Man ist das groß!

Mit dem Dinghi in die Stadt

Mit dem Dinghi in die Stadt

2013-06-28 (Brest nach Ile de Seine)

Die Fahrt zur Ile de Seine war eigentlich ganz schön. Am Anfang mussten wir etwas motoren um aus der Bucht von Brest heraus zu kommen. Dann konnten wir sehr hoch am Wind bis zu einer Gefahrentonne und ab dort mit halbem Wind bis zur Insel segeln. Felix lief wunderbar, mit mindestens 6 kn Fahrt durchs Wasser permanent bei ca. 3-4 Bft. (so viel Wind braucht unser mehr als vollbeladenes Schiff allerdings auch mindestens an Wind um anständig zu segeln, zumindest ohne Spinnacker). Allerdings war die Sicht schon seit der Abfahrt nicht so gut, so haben wir rechtzeitig vor der Insel alle Segel geborgen. Wir sind recht nahe um Niedrigwasser angekommen, was aber leider nicht anders zu machen war, da wir sonst unterwegs Gegenströmung gehabt hätten. Wir sind dann ganz vorsichtig in die Bucht hinein gefahren, da dieser sehr geschützte Bereich bei Niedrigwasser trocken fällt. Da wir ja leider schon in Brignogan feststellen mussten, dass unser Tiefenmesser ab 1,30 m nur noch Schwachwinn misst (er zeigt dann einfach 3 oder 4 m an, anstatt einen Fehler zu melden, ist aber leider so, das Problem ist bei den Echolot-Gebern allgemein bekannt), sind wir sehr langsam rein gefahren und ich habe die Tiefe und die Beschaffenheit des Grundes betrachtet. Alles war sandig und mit lustigen langen Pflanzen bewachsen. Irgendwann hatten wir dann eine sanfte Grundberührung und dann haben wir einfach den Anker an dieser Stelle fallen gelassen, der Platz war perfekt. Wir sind dann aber leider nur wieder halb trocken gefallen und konnten deswegen nicht an Land. Da wir nicht im Wind standen, als wir den Anker gesetzt haben, haben wir genau beobachtet was mit Felix passiert, wenn das Wasser wieder kommt. Alles war aber unproblematisch, der Anker hat sich eingegraben, Felix hat sich in den Wind gedreht und wir haben dann genügend Ankerkette gegeben. Gegen Abend kam dann eine weitere Yacht in die Bucht, eine wunderschöne neue Beneteau, das hat uns doch etwas verwundert, denn trockenfallen mit einem Monoschiff diesen Tiefgangs geht eigentlich nur an der Hafenmauer oder mit seitlichen „Füßchen“ und so was haben wir noch nicht an einer Beneteau oder Yeanneau gesehen, sondern nur an mehr „individuellen“ Schiff(ch)en. Die Yacht ankerte dann ziemlich nah an einem Motorkatamaran, weit vor uns (was ein Glück!). Kaum war der Anker unten, waren die 2 älteren Herren und ihre 2 Frauen auch schon im Beiboot, doch dessen Motor wollte und wollte nicht anspringen. Irgendwann haben sie dann doch entschieden, die 100 m (!) bis zum Ufer zu rudern. Auch die halbe Crew des Motorkatamarans fuhr an Land. Irgendwann später kamen dann nur die zwei älteren Herren zurück gerudert und haben ihren Anker aufgeholt und in etwas Entfernung wieder fallen gelassen. Danach sind sie zu dem Motorkatamaran gerudert. So wie es von weitem aussah, hat die schöne Yacht wohl doch beim Schwojen einen Schaden am Katamaran angerichtet, es wurde herum gelaufen, auf gewisse Stellen gezeigt und danach sind sie alle im Schiff verschwunden, vermutlich um Versicherungsdaten auszutauschen. Und ich dachte noch: Das ist ja ganz schön nah! Doch damit noch nicht genug von dieser Yacht…  Als es bereits dunkel wurde ging dann wieder der Motor der Yacht an und der Anker auf und wir dachten schon, sie würden die Insel verlassen. Doch sie sind dann weiter in die Bucht in unsere Nähe gefahren. Wir waren schon bereit ihnen womöglich gleich klar zu machen, dass sie hier seinen Anker nicht fallen lassen können, aber sie sind dann an die Hafenmauer gefahren, nur um ihre 2 Frauen abzuholen! Die Damen wollten sich wohl in der Dunkelheit nicht nochmal in das kleine Dinghi wagen und da musste eben die große Yacht bewegt werden! Danach sind sie wieder an ihren ursprünglichen Ankerplatz. Als wir dann am nächsten Morgen gegen 07:30 aufgestanden sind, waren sie allerdings wieder an einem anderen Ankerplatz, und zwar diesmal mitten in der betonnten Hafeneinfahrt! Vermutlich ist es ihnen dann doch zu flach geworden! Über solche Leute kann man nur den Kopf schütteln, aber auch hier ist noch nicht Schluss mit der Begegnung mit dieser Yacht, doch dazu morgen mehr.

Nebel unterwegs

Nebel unterwegs

Ile de Seine

Ile de Seine

lustiger Meeresbodenbewuchs

lustiger Meeresbodenbewuchs

2013-06-29 (Ile de Seine nach Audierne)

Morgens haben wir den Anker aufgeholt um rechtzeitig mit so gut wie keiner Strömung durch das „Raz“ zu kommen. Unsere „Bibel“ – der Reeds – empfiehlt nicht bei der stärksten Strömung durch diese Meerenge (zwischen dem Festland, Pointe de Raz, und der Ile de Seine) durchzufahren, außerdem wollten wir auch noch genügend Wasser für unsere Ankunft in Audierne für die Hafeneinfahrt haben, die auch sehr flach wird. Ein bisschen musste die Maschine unterwegs mithelfen, aber wir hatten auch nur ein kurzes Stück vor uns. Wir sind nach Audierne gefahren und nicht wie zuerst geplant nach Loctudy, weil wir uns doch noch offen lassen wollen über die Biskaya zu fahren und dafür ist Audierne ein guter Ausgangspunkt.

In Audierne haben wir am Kopf eines Steges festgemacht und als alles im Schiff verräumt und wir gut festgemacht waren, sind wir noch ein bisschen in die Stadt, da gerade Markt war. Und wen sehen wir da plötzlich in der Hafeneinfahrt? Genau, die wunderschöne Beneteau. Doch sie bot ein Bild des Grauens, der Anker war nicht ganz aufgeholt, sodass er vorne immer an den Bug schlagen konnte, später haben wir gesehen, dass an dieser Stelle schon zwei riesige Macken im GFK sind… Am Anker selbst hingen mehrere zehn Kilo Seegras, das war wohl auch der Grund, warum es die Ankerwinsch nicht geschafft hat, den Anker weiter aufzuholen… Das Anlegemanöver war mehr als missglückt, der Skipper war wirklich unfähig zum Aufstoppen, also fuhr das Schiff permanent vor und zurück, bis endlich mal jemand auf die Idee kam, einen Festmacher anzubringen. Sie haben sich mehr schlecht als recht festgemacht, aber das war uns egal, sie waren schließlich weit genug weg von uns, zum Glück!

Das arme Schiff!

Das arme Schiff!

2013-06-30 (Audierne)

Als wir gestern vielleicht eine Meile unterwegs nach Audierne waren, ist uns aufgefallen, dass unsere VHF-Antenne an der Mastspitze nicht mehr senkrecht nach oben zeigt, sondern lustig in der Gegend rumschwankt. Zum Glück war nicht so viel Seegang und so hielt sie die Fahrt gut aus. Im Hafen hieß es also mal wieder, dass wir hoch in den Mast sind um die Kontermutter wieder festzuschrauben. Leider ist das nicht unser einziges Problem (gewesen). Am Abend wollte ich noch kurz das Wetter über Kurzwelle abrufen, da wir ja hier nur sehr sporadisch Internet haben, doch als ich Svens Laptop (den wir auch unterwegs für die Navigation benutzen) angemacht habe, konnte man kaum etwas erkennen. Immer wenn ich irgendetwas Komisches feststelle, stelle ich Sven die Frage: Sag mal, gehört das so? Daraufhin bekomme ich meistens ein nein oder ein Stöhnen, was leider das gleiche bedeutet. Es gehört nicht so und so auch diesmal. Die Hintergrundbeleuchtung des Displays ist ausgefallen (warum auch immer, Bluemuckl?), damit fällt dann auch die (bequeme und damit auch sichere) Navigation aus. Nicht dass wir auch ohne Laptop irgendwo ankommen würden. Sollte das unterwegs passieren, haben wir immer noch meinen Laptop und auf zwei Handys haben wir ja auch noch die aktuellen Seekarten. Weiterhin ein unabhängiges Hand-GPS Gerät. Allerdings ist Svens Laptop besser für unterwegs geeignet, da es eine SSD Festplatte hat, sodass ihm die Schläge und Bewegungen des Schiffs unterwegs nichts ausmachen. Mein Laptop mit einer Standard-Festplatte würde nach kürzester Zeit den Geist aufgeben. Dass wir hier am Steg kein Internet haben ist natürlich etwas ungünstig, aber wir haben im Touri-Büro eine deutsche Praktikantin angetroffen, die uns einen Computer-Laden empfohlen hat. Da aber der Franzose Montags sein Geschäft gerne mal geschlossen hält, müssen wir das auf morgen verschieben.

lose Antenne...

lose Antenne…

Antenne wieder fest geschraubt

Antenne wieder fest geschraubt

Blick vom Mast aus in den Hafen von Audierne

Blick vom Mast aus in den Hafen von Audierne

Blick in den Hafen von Audierne, wer Felix findet, darf sich freuen!

Blick in den Hafen von Audierne, wer Felix findet, darf sich freuen!

Sven geht vorschriftsmäßig im Westen an der Gefahrentonne vorbei...

Sven geht vorschriftsmäßig im Westen an der Gefahrentonne vorbei…

...und ich bin eine Einzelgefahrenstelle.

…und ich bin eine Einzelgefahrenstelle.

Am Strand von Audierne

Am Strand von Audierne

2013-07-01/2013-07-02 (Audierne)

Es gibt viel zu erledigen, packen wir es an! Ich habe die Küche neu strukturiert, da wir jetzt wissen, was wir oft brauchen und wo es bei Seegang gut aufgehoben ist. Jetzt haben wir sehr viel Stauraum dazu gewonnen und auch wieder in der Abstellkammer/Küchenverlängerung mehr Platz. Da der Boden im Bad immer etwas knarzt, wenn man in selbiges läuft, hat Sven heute den GFK-Boden mit Holz unterfüttert und damit unterstützt. Außerdem waren wir im Carrefour und haben eine neue Gasflasche günstig erstanden. Dazu mussten wir aber erst mal 2,5 km bergauf radeln! Dafür gings zurück dann umso schneller! Heute waren wir erst im örtlichen Computerladen und daraufhin in einem Cafe um deren Internet zu nutzen. Dort haben wir nach einiger Recherche ein gebrauchtes Laptop bei ebay (Deutschland, die Franzosen haben eine andere Tastatur. Dort ist der „Punkt“ nur über die Umschalttaste zu erreichen. Ob der Franzose wohl ohne Punkt und Komma schreibt??) gekauft, und zwar genau das gleiche Modell, wie uns kaputt gegangen ist. Das hat den Vorteil, dass wir die ganze Peripherie und auch die bestehende Software-Installation weiter verwenden können. Weiterhin haben wir dann ja auch ggf. noch Ersatzteile vom alten. Das neue Laptop kommt vermutlich Anfang nächster Woche hier auf dem Postamt an und dann muss alles „nur“ noch wieder zum Laufen gebracht werden (juhu, wir sind Segler, Mechaniker, Klempner, Ingenieur, Elektroniker, IT-Spezialist und deswegen mittlerweile echt froh, Physik studiert zu haben) und dann kann es wieder weiter gehen.

Das Wetter ist hier gerade ziemlich durchwachsen. Manchmal ist es recht schnell sehr neblig und die Sicht wird sehr schlecht, am nächsten Tag scheint dann wieder die Sonne und es ist warm. Heute hat es fast den ganzen Tag geregnet und am Abend war es total windstill. Für heute war Südwind auf der Biskaya angesagt, was zu dieser Jahreszeit sehr selten ist. Deswegen wäre gerade sowieso keine gute Zeit die Biskaya zu überqueren, da das Wetter meist sehr wechselhaft ist, wenn nicht Wind aus Nordwest bis Nordost vorhergesagt ist. Gestern war er es schön warm, da kam richtig Sommerstimmung auf. Wir waren auch schon mit dem Fahrrad an einem wunderschönen Sandstrand, aber das Wasser ist wirklich unglaublich kalt! Da badet dann auch niemand! Audierne sieht ähnlich aus wie alle bretonischen Orte, die wir bisher gesehen haben. Es gibt einen touristischen Ortskern und danach wird es auch ganz schnell ruhig und es geht recht steil bergauf. Die Häuser sind oft aus Steinen gebaut, typisch bretonisch. Die Menschen sind hier eigentlich alle sehr nett und hilfsbereit und können unserem Empfinden nach besser englisch als die Menschen in der Normandie. Vielleicht liegt das daran, dass es hier einfach touristischer ist. Ansonsten bleiben wir hier jetzt erst mal bis unser neuer Laptop angekommen ist. Wir haben einen ganz guten Preis mit dem Hafenmeister ausgehandelt, dafür sind hier die Duschen kein Schnäppchen: 2 € für eine Duschmarke heißt 8 min warmes Wasser. Das ist nicht gerade billig, dafür sind die Duschen recht schön und auch groß genug. Auch sonst haben wir hier außer Internet alles was wir brauchen, im Lidl gibt es sogar Brezeln und Laugenweckle! Das gabs bisher noch nie!

Sven unterfüttert den Badboden.

Sven unterfüttert den Badboden.

Das Bild ist für Jan und Thomas. Für Jan, weil deine Maja auch so aussehen könnte wie diese Maja und für Thomas, weil deine Dehler auch so aussehen könnte!

Das Bild ist für Jan und Thomas. Für Jan, weil deine Maja auch so aussehen könnte wie diese Maja und für Thomas, weil deine Dehler auch so aussehen könnte!

Ein Gedanke zu “Internet an der Bushaltestelle

  1. *g* Wobei die Trio vieeeeel hübscher ist – nur leider beschlossen hat, nach 23 Jahren im Süsswasser Osmose zu bekommen :/

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