Wieder spanisches Wasser unterm Schiff! Wir sind auf Teneriffa!

Wir sind auf Teneriffa angekommen! Wir sind am Freitag Mittag aufgebrochen. Wir sind sehr gut aus der Box gekommen, dann in der Hafeneinfahrt haben uns die nächsten Böen mit 30 Knoten erwischt, das dauert dann immer nur 1 Minute, aber da versetzt es uns ziemlich, da hatte Sven seine Mühe Felix gerade zu halten und ich hatte alle Hände voll mit dem Aufräumen der Festmacher und Fender zu tun. Nach der Marina haben wir dann das Großsegel im 1. Reff gesetzt und sind dann recht gut voran gekommen. Doch leider ging das nur 2 Stunden gut, dann gabs Flaute, plötzlich nur noch 2-4 Knoten Wind, da wir davon ausgegangen sind, dass wir im Windschatten der Insel sind, haben wir den Motor angeschmissen, um schneller aus dieser Flaute rauszukommen. Das Meer war außerdem ziemlich unruhig, sodass wir ohne Vortrieb durch die Segel ziemlich durchgeschüttelt wurden. Auf Höhe Funchal kam der Wind dann plötzlich aus Süden. Süden???? Es war doch nördlicher Wind vorhergesagt. Na gut, das muss mit der Insel zusammenhängen, also weiter unter Maschine. Und dann endlich: 15 sm von der Insel Madeira entfernt hat der Wind endlich wieder zurück gedreht. Da waren wir aber immer noch in der Nähe der Ilhas Desertas. Als wir diese dann auch hinter uns hatten, kam der Wind zurück und wir konnten endlich segeln. Doch die Wellen blieben unruhig und kamen aus allen Richtungen, so war es bis zu frühen Morgenstunden am Samstag sehr durchwachsen, Maschine an, Maschine aus und immer ein kräftiges Geschaukel. Da hab ich dann auch noch ein bisschen die Fische gefüttert und Sven hat die erste Nacht mal wieder alleine mit Felix verbracht und musste ziemlich arbeiten! Ganz konstant blieb der Wind leider nicht in der Richtung, sodass Sven in der Nacht bestimmt 3 mal den Baum von einer Seite auf die andere Seite geschiftet hat. Am nächsten Morgen ging es mir dann auch wieder recht gut, sodass Sven endlich auch mal schlafen konnte. Doch immerhin sind wir dann die ganze Zeit gesegelt. Nach dem Sonnenaufgang haben wir auch das Reff heraus genommen und sind unter voller Besegelung sehr gut voran gekommen. Manchmal war es nicht ganz so viel Wind, aber es war klar, dass wir Teneriffa auf jeden Fall bei Tageslicht erreichen werden. Am Sonntag gegen 10:00 Uhr Ortszeit (das ist hier UTC, also dank Uhrumstellung hier und euch in Deutschland eine Stunde früher als die deutsche Winterzeit) konnten wir dann die Insel sehen! Aber da die Sicht sehr gut war, heißt das noch lange nicht, dass man auch gleich da ist! Ganz langsam kam die Insel näher und da ja auch die Wellen seit Samstag früh nur noch aus einer Richtung kamen, war es eigentlich eine ganze angenehme Fahrt. Kurz vor der Insel haben wir dann das Großsegel wieder gerefft, da im Revierführer vor den sogenannten „Acceleration Zones“ gewarnt wurde. Zonen um jede der kanarischen Inseln herum, in denen der Wind mal gut und gerne um 10 Knoten zunehmen kann! Später als wir erwartet haben hat der Wind dann auch zugenommen, vor allem sind immer wieder kurze, starke Böen durchgezogen. Wir haben geplant in der Ankerbucht San Andres zu ankern, falls das Wetter es zulässt, ansonsten wollten wir in die Marina Teneriffe kurz danach fahren. Wir haben gesehen, dass in der Ankerbucht eine Yacht vor Anker lag und diese lag so dermaßen unruhig und auch das Meer war sehr aufgewühlt, sodass wir weiter Richtung Marina gefahren sind. Auf Nachfrage per Funk war dann schnell klar: Ohne Reservierung kommt man da nicht rein! Das ist das erste Mal, dass wir so was erlebt haben. Der Grund hierfür ist bestimmt die ARC (Atlantic Ralley for Cruisers, eine organisierte Atlantiküberquerung, bei der man sich ein Jahr vorher für viel Geld anmelden muss. Dafür bekommt man bei Abfahrt und Ankunft in der Karibik Schirmchendrinks und ein paar Seminare zum Thema Sicherheit, Reparaturen, Segeln, etc.). Diese hat nämlich bei den Nichtteilnehmern keinen guten Ruf, da sie der Grund dafür ist, dass der Stadthafen in Gran Canaria nur für Teilnehmer der ARC zugänglich ist und da die ARC erst Ende November in die Karibik aufbricht, besteht für die Teilnehmer ja noch kein Grund vorher nicht noch alle anderen Inseln zu bevölkern. Wir sind dann am späten Sonntag Nachmittag nach guten 2 Tagen auf See in die Ankerbucht gefahren und haben dort einen guten Halt in ca. 12-14 m Tiefe gefunden. Doch es war wirklich sehr unruhig, leider haben wir uns dank dem Wind oft quer zum Schwell gestellt und wurden dann richtig kräftig durchgeschüttelt. Geschlafen haben wir trotzdem recht gut. Am nächsten Morgen haben wir den Revierführer nach weiteren Alternativen durchforstet. Wir wollten nicht in die Marina direkt in Santa Cruz, weil wir von dieser nur Schlechtes gehört haben, beispielsweise, dass sie sehr teuer ist und gerne mal Fantasiesteuern erfindet. Wir haben dann in der Radazul Marina angerufen, diese ist ein paar Meilen nach Santa Cruz und tatsächlich durften wir kommen. Die 10 sm bis dorthin konnten wir nur unter Vorsegel segeln und sind sehr gut voran gekommen, da der Wind gerne mal auf 20 Knoten angestiegen ist. Nun liegen wir hier sicher vertäut in der Marina und haben direkt einen Strand vor der Nase, das Wasser ist recht klar und hat 26°C. Hier bezahlen wir jetzt um die 26 € pro Nacht, kein Vergleich zu den hohen Preisen, die wir in Portugal erlebt haben. Leider haben wir unterwegs ein paar Dinge bemerkt, die zu verbessern sind. Wir haben den Verdacht, dass unser Funkgerät durch den Laderegler der Solarzellen gestört wird, das müssen wir auf jeden Fall nachschauen. Außerdem will die Backbord Maschine immer weniger anspringen, hierfür haben wir den Anlasser im Verdacht. Dieser wird jetzt erstmal ausgebaut (aber nicht mehr heute!!) und unter die Lupe genommen. Hier in der Marina ist anscheinend eine Yanmar Service Station, falls wir also Ersatzteile brauchen, könnten die mit viel Glück hier sogar auf Lager sein oder zumindest gut zu bestellen sein. Noch etwas zu unserem Dieselverbrauch: Trotz teilweise schlechten Bedingungen und daher vielen Motorenstunden haben wir pro Seite nur ca. 10 l Diesel verbraucht, womit wir sehr zufrieden sind.

Auch jetzt zieht es noch ziemlich durch und so schaukeln wir auch in den Festmacher etwas hin und her, aber wir liegen ruhig genug, um wieder eine Dose auf den Tisch stellen zu können, ohne dass sie umfällt! Heute Abend werden wir uns dann noch ein bisschen die Beine vertreten, tut uns nach 3 Tagen auf dem Schiff auch wieder gut, und vielleicht gibt es hier endlich wieder eine „Teigfrau“, die mir leckere Churros verkauft!

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