2013-09-10 (Ankerbucht Cascais)

Das mit dem Fischfang war wieder nichts! Vor zwei Tagen sind wir hier in der Ankerbucht von Cascais angekommen, leider wieder mal ohne Fisch. Dafür um einige Erfahrungen reicher! Im Hafen von Peniche haben wir morgens bei der Abfahrt gleich das Großsegel gesetzt, allerdings mit dem ersten Reff, weil wir der Vorhersage von 15-20 Knoten nicht einfach so vertraut haben. Als wir dann aber den Hafen verlassen hatten und das Vorsegel dazu gesetzt hatten und die Maschinen ausgeschaltet hatten, war klar, das Reff muss raus. Es waren nur ca 12-16 Knoten Wind und die Wellen kamen etwas seitlich, sodass sie uns doch etwas abgebremst hatten. Mit voller Besegelung sind wir dann sehr gut voran gekommen. Irgendwann war dann das Cabo da Roca in Sicht. Da wir ja um dieses und das direkt folgende Cabo Raso herum wollten, mussten wir unseren Kurs mehr Richtung Süden ändern, und so mussten wir eine Halse fahren. Dazu haben wir das Vorsegel eingerollt und haben langsam den Kurs geändert und das Großsegel immer dichter geholt, bis es irgendwann auf die andere Seite rüber konnte. Und kaum war das geschehen, hat uns ein Blick auf unsere Windlupe gezeigt, dass der Wind stark zugenommen hat, schon vor dem Kap waren es teilweise bis zu 20 Knoten Wind, aber jetzt waren es eher 20-30 Knoten, daher haben wir das Vorsegel nicht mehr gesetzt und haben dann auch entschieden, das Großsegel zu reffen, da der Wind immer stärker und böiger wurde und auch die Wellen immer höher und schneller wurden. Reffen konnten wir dann unter Einhaltung des Kurses auch bei 30 Knoten Wind recht gut, denn schließlich fahren wir bei so viel Wind und Welle nicht in den Wind um das Großsegel zu reffen, dabei würde wahrscheinlich alles umher fliegen, das würde uns und Felix nicht gut tun. So waren die letzten 10 sm wieder eine gute Erfahrung, die uns gezeigt haben, dass Felix das Wetter und die Welle gut abhaben kann, und auch wir zwar angespannt und konzentriert waren, jedoch keine Angst haben müssen und der Seetüchtigkeit unseres zu Hauses vertrauen können. Am Ankerplatz selbst waren bereist schon einige Yachten, leider haben wir den Verdacht, dass unser Anker sich vielleicht in einem Stein verhakt haben könnte, zumindest hören wir die Kette manchmal über Steine auf dem Untergrund schaben, hoffen wir mal, dass wir ihn wieder gut frei bekommen. In der Nacht kamen dann auch hier in der Ankerbucht starke Windböen (bis zu 30 kn) durch, aber wir lagen trotzdem sehr ruhig. Gestern waren wir in der Stadt. Man merkt sofort, dass hier alles etwas nobler ist, die ganze Stadt ist sehr sauber und jede Hausfassade ist in einem guten bis sehr guten Zustand. Früher hat sich hier wohl gerne die Königsfamilie nieder gelassen, das ist zwar schon lange her, aber es hat sich so entwickelt, dass auch heute noch gerne die Reichen und Schönen hier gekommen, das erklärt dann auch die hohen Marinagebühren und auch die höheren Preise in den ansässigen Geschäften, alles will hier etwas luxuriöser und städtischer daher kommen. Der Ankerplatz ist recht schön, sodass wir hier vielleicht noch 2 Tage bleiben, aber dann soll es weiter gehen den Rio Tejo entlang nach Lissabon. Die Wassertemperatur ist zwar immer noch nicht ganz so warm, aber um sich kurz zu erfrischen, ist es gerade warm genug, man muss nur aufpassen, dass man nicht gerade in eine der riesigen Quallen schwimmt, die sind zwar nicht giftig, aber anfassen muss ich sie dann auch nicht unbedingt. By the way, als wir gestern so durch die Stadt liefen haben wir noch Otti und Helge getroffen, die hier auf Kurzurlaub sind. Sind dann mit dem Dingi zu viert bei über 20 kn Wind zur BF gefahren auf ein Bier. Leider mussten die beiden ihren Zug zurück nach Lissabon wieder bekommen, so mussten wir unseren Überraschungsbesuch bald wieder an Land abliefern. Zufälle gibt’s!

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